Anlässlich des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ wollte die Kreis-FrauenUnion Böblingen dieses Thema Häusliche Gewalt eigentlich schon im November behandeln. Aber der Terminkalender der beiden Referentinnen Nadine Walch-Krüger und Karin Zimmermann vom Trägerverein „Frauen helfen Frauen e.V.“ Kreis Böblingen hatte keine Lücken mehr aufzuweisen.

So verschob die FrauenUnion dieses Thema aufs neue Jahr, ist doch die häusliche Gewalt leider immer aktuell. Von den Referentinnen wurde erst einmal herausgearbeitet, was man unter dem Begriff versteht und wie er sich von einem Streit unterscheidet. Aufgearbeitet wurde auch, wie Kinder damit umgehen, wenn es zu häuslicher Gewalt kommt, die in den allermeisten Fällen von den Männern in vielfältiger Weise ausgeht.

In der anschließenden Fragerunde wurde von einem Zuhörer nachgefragt, wo denn die Politik evtl. bei Verbesserungen für die Beratungsstellen ansetzen müsse.

Den beiden Referentinnen war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass das Gewaltschutzgesetz schon ganz viele Verbesserungen für Betroffene gebracht habe. Allerdings reichen die finanziellen Mittel, die der Verein erhält, nicht aus, um Frauen auch längerfristig zu begleiten. Hier ist man gerade mit dem Landratsamt Böblingen im Gespräch zwecks Aufstockung in der Beratungsstelle „Häusliche Gewalt“. Auch wird wieder ein Frauenhaus im Kreis benötigt. Nicht alle Frauen können in der gemeinsamen Wohnung verbleiben, auch wenn ein Platzverweis/Wohnungsverweis für den gewalttätigen Partner/Ehemann ausgesprochen wird. Allerdings muss bei der Wiedereinrichtung eines Frauenhauses die Finanzierung geregelt sein. Das gilt nicht nur für den Träger sondern auch für die betroffenen Frauen. Diese müssen nämlich normalerweise für die Unterkunft im Frauenhaus zahlen, was für Studentinnen, ALG II-Empfängerinnen oder auch Frauen mit geringem monatlichen Einkommen nicht möglich ist. Hier muss zukünftig eine Lösung herbeigeführt werden. Auch sei es wichtig, so die beiden Frauen von der Beratungsstelle, dass mehr Prävention möglich wird und das bereits im Jugendbereich. Gerade in Jugendbeziehungen würde viel falsch laufen. Ein Positivbeispiel für die Prävention sei Tübingen mit der Aktion „Herzklopfen – Beziehungen ohne Gewalt“. Auf Grund der Personalknappheit ist es dem Böblinger Verein auch nicht möglich, online-Beratungen durchzuführen. Verwiesen wurde auf ein bundesweites Telefon unter www.hilfetelefon.de, das rund um die Uhr besetzt ist und eine Beratung in 17 Sprachen anbietet.

Viele Punkte, wie Kontakt zur Polizei, Jugendamt etc. wurden noch angesprochen. Jede Menge Infomaterial rundete das nicht einfache (Tabu-)Thema ab.

Mehr Infos findet man auch unter: http://frauenhelfenfrauenbb.de/beratung

Elke Staubach

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von li. Nach re.: Karin Zimmermann, Elke Staubach (Kreis-FU), Nadine Walch-Krüger

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