Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Impfen schützt - Impflücken bekämpfen!?“ hatte die FrauenUnion Leonberg Anfang März eingeladen. Die FrauenUnion war über verschiedene Berichte und auch Aktionen des Gesundheitsamtes Stuttgart auf das Thema aufmerksam geworden. So wurde von der Vorsitzenden Elke Staubach nachgefragt, ob eine Impfmüdigkeit festzustellen sei und ob Krankheiten, die als ausgestorben galten, wieder vermehrt auftreten würden.

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Die Kinderärzte Dr. Dahlhausen und Dr.Fischer berichteten über überwiegend impffreudige Eltern in ihrer Praxis, die die Vorsorge ihrer Kleinkinder sehr ernst nähmen. Frau Dr. Walter-Frank vom Gesundheitsmat Böblingen zeigte auf, dass statistisch der Kreis Böblingen eine sehr hohe Impfquote aufweise. So sei diese höher als im gesamten Bundesland. Vor Eintritt in Kita und Kindergarten werden die Eltern über die Impfmöglichkeiten informiert. Spätestens bei Eintritt in Kita und Kindergarten seien die meisten Kinder geimpft. Im vorletzten Kindergartenjahr werden die Kinder nochmals vor Eintritt in die Schule vom Gesundheitsamt untersucht. Bestimmte Krankheiten wie Masern, Keuchhusten, Polio und Windpocken sind beim Gesundheitsamt meldepflichtig. Diese üblichen „Kinderkrankheiten“ wie Masern, Mumps, Polio, Keuchhusten usw. sind erfreulicherweise zurückgegangen. Seit Anfang 2018 gab es bisher keinen einzigen Masernfall im Kreis Böblingen.

Erkrankungen durch Zecken, Stechmücken aus den Tropen seien durch den Klimawandel und durch Fernreisen verstärkt hinzugekommen. Frau Dr. Birgit Walter-Frank, stellv.Leiterin des Gesundheitsamtes Böblingen wies darauf hin, dass sich viele Erwachsene erst wieder mit dem Thema Impfen beschäftigen, wenn sie in ferne Länder reisen wollen. Über die Risiken des Nicht-Impfens informierten die Kinderärzte Frau Dr. Mechthild Dahlhausen und Herr Dr. Thomas Fischer. Vom Schicksal eines 19jährigen, der an Masern verstorben ist, wurde u.a. berichtet.

Nachgefragt wurde auch die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Diese Impfung gibt es erst seit 2006. Zu Beginn wurde die Impfung für Mädchen ab 14 Jahren empfohlen, mittlerweile ist die Impfung ab 9 Jahren vorgesehen, da die Mädchen auch früher in die Pubertät kommen. Angemahnt wurde auch, dass man bestimmte Impfungen im Erwachsenenalter auffrischen müsse und dies leider oft versäumt würde. Aus der Runde wurde appelliert, das Impfbuch anzuschauen und entweder mit dem Hausarzt oder dem Gesundheitsamt zu besprechen.

Diskutiert wurde von den Anwesenden die Grippeimpfung. Welchen Sinn macht die 3-fache Impfung, wenn es dann doch eine starke Grippewelle gibt ? Hinterfragt wurde auch, warum die 4-fach-Impfung nicht eingesetzt wurde. Andreas Nowak, Kundencenterleiter der AOK Leonberg verwies darauf, dass die Krankenkassen die Impfungen für ihre Kunden zahlen, allerdings anhand den Empfehlungen. Die jährlichen Grippeschutz-Impfungen werden von der Ständigen Impfkommission am Robert-Bosch-Institut laufend überarbeitet, jedes Jahr neu zusammengestellt und dann für flächendeckende Impfungen freigegeben. So war erst nur die 3-fach Impfung empfohlen worden. Mittlerweile wird auch die 4-fach-Impfung von den Krankenkassen bezahlt.

Es bestand reges Interesse, viele Fragen wurden gestellt und von den Experten ausführlich und sehr informativ beantwortet. Alle Referenten sprachen sich für den Impfschutz aus. Dies sei ein Herdenschutz. Man würde andere schützen, da man bei Impfungen die Krankheit nicht übertragen könne. Dies könne aber nur gelingen, wenn möglichst alle – Kinder, Jugendliche, Erwachsene - an den Impfungen teilnehmen würden.

Heidemarie Benz, Pressesprecherin

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