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    Schließung der Geburtshilfe in Leonberg sorgt für Bestürzung und dringende Fragen

    Die Kreis‑Frauen Union Böblingen und Frauen Union Leonberg zeigen sich tief betroffen über die kurzfristige und unerwartete Schließung der Geburtshilfe im Krankenhaus Leonberg.
    Regina Dvořák-Vučetić, Landtagskandidatin und Vorsitzende der Frauen Union Kreis Böblingen (links) und Jessica Kläber, Ersatzkandidatin für die Landtagswahl im Kreis Leonberg und Vorsitzende der Frauen Union Leonberg

    Die Einrichtung galt im Landkreis als einzigartig: Der hebammengeführte Kreißsaal in Leonberg stand für eine besonders persönliche, natürliche und selbstbestimmte Geburtshilfe. Familien schätzten die enge Begleitung durch erfahrene Hebammen sowie die familiäre Atmosphäre, ein Modell, das weit über die Region hinaus Anerkennung gefunden hat.

    In den vergangenen Jahren war im Krankenhaus Leonberg zwar ein rückläufiger Trend bei den Geburtenzahlen zu verzeichnen – von rund 650 Geburten im Jahr 2018 auf zuletzt etwa 450 im Jahr 2025. Dennoch blieb die Abteilung ein wichtiger Bestandteil der wohnortnahen Versorgung im westlichen Landkreis. Fachleute sehen die Ursachen für den Rückgang weniger in fehlender Nachfrage, sondern in strukturellen Anpassungen, Personalmangel und organisatorischen Veränderungen innerhalb des Klinikverbunds.

    Regina Dvořák-Vučetić, Kreisvorsitzende der Frauen Union Böblingen und Landtagskandidatin (CDU) im Wahlkreis 5, unterstreicht: „Die Schließung in Leonberg wirft zwangsläufig Fragen nach der finanziellen Tragfähigkeit und der personellen Ausstattung unseres Klinikverbunds auf. Wenn Böblingen zusätzliche Geburten übernehmen soll, braucht es dafür ausreichend finanzielle Mittel und vor allem genügend qualifizierte Hebammen und Pflegepersonal. Eine sichere Geburtshilfe darf nicht an Ressourcen scheitern, hier sind Planungssicherheit und klare Verantwortung gefragt.“

    Die Kreis‑Frauen Union Böblingen weist darauf hin, dass eine Standortschließung stets Folgen für den gesamten Klinikverbund und die regionale Gesundheitsversorgung hat. Neben organisatorischen Fragen gehe es dabei vor allem um die Sicherstellung einer modernen, wohnortnahen Geburtshilfe, die auch künftig allen Familien im Landkreis offenstehen muss.

    Jessica Kläber, Vorsitzende der Frauen Union Leonberg und Ersatzkandidatin im Wahlkreis 6 für Albrecht Stickel (CDU), ergänzt:

    „Die plötzliche Schließung hat viele Betroffene überrascht und verunsichert. Werdende Mütter hatten sich bewusst für Leonberg entschieden, für eine verlässliche, umfassende Betreuung von Hebammen in vertrauter Umgebung und nach einem besonderen Konzept. Jetzt gilt es, zügig Alternativen zu schaffen, die dieses Maß an Qualität und Geborgenheit auch künftig gewährleisten.“

    Die Frauen Union Leonberg und die Kreis‑Frauen Union Böblingen kündigen an, zeitnah das Gespräch mit den Verantwortlichen zu suchen. Es braucht Lösungen, um eine verlässliche und wohnortnahe Geburtshilfe sowie eine zuverlässige Versorgung durch Hebammen vor und nach der Geburt im gesamten Landkreis Böblingen langfristig zu sichern. Vorgesehen ist ein Austausch nach dem 8. März 2026, um den Neutralitätspflichten während der Wahlphase Rechnung zu tragen.

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