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    Spannende Einblicke in den Leonberger Wald – Frauen Union Leonberg unterwegs mit Forstwirt Frieder Kurtz

    Die Frauen Union Leonberg organisierte einen lehrreichen Nachmittag im Leonberger Stadtwald: Unter der fachkundigen Führung von Frieder Kurtz, Diplom-Forstwirt und ehemaliger Forstamtsleiter im Enzkreis, erhielten die Teilnehmenden spannende Einblicke in Geschichte, Bewirtschaftung und ökologische Bedeutung des Waldes rund um Leonberg. Mit dabei war auch Tobias Degode, der inzwischen zum zukünftigen Oberbürgermeister gewählt ist.

    Jessica Kläber, Vorsitzende der Frauen Union Leonberg und Ersatzkandidatin für Albrecht Stickel im Wahlkreis 6 Leonberg bei der kommenden Landtagswahl, gestaltete den Rundgang aktiv mit und gab spannende Einblicke in die Streuobstpädagogik und die Tierwelt der Region.

    Der Rundgang machte deutlich, wie der Leonberger Stadtwald seit Jahrhunderten durch menschlichen Einfluss geprägt wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Wald vor allem als Lieferant für dringend benötigtes Bauholz. Der Energiedruck auf den Wald hatte sich bis dahin bereits verringert, da Kohle – und später auch Öl – zunehmend als Energieträger genutzt wurden. Über die Entwicklung des Waldes hat immer der Besitzer, mittlerweile vertreten durch den Gemeinderat, entschieden.

    Heute steht der Wald vor neuen Herausforderungen: Stürme und extreme Wetterlagen treffen auf geschwächte Waldbestände. Der Klimawandel, aber auch der Wunsch nach Naherholung und Naturschutz sind prägend. Politisch wirken zahlreiche Ebenen mit: EU, Bund, Land und Kommune definieren gesetzliche Vorgaben, beeinflussen die Bewirtschaftung aber auch durch Förderprogramme.

    Seit über drei Jahrzehnten setzt die Forstwirtschaft in Baden-Württemberg auf eine naturnahe Waldwirtschaft, die auf Vielfalt und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Dabei wurden die Wälder älter, stabiler und ökologisch wertvoller. Alte Wälder sind wichtige CO₂-Speicher, weil sie über Jahrzehnte hinweg große Mengen Kohlenstoff festhalten. Stürzen Bäume um und verbleiben im Wald, wird ein Teil des gespeicherten Kohlenstoffs allerdings wieder freigesetzt. Daher macht es Sinn Bäume rechtzeitig zu nutzen, um z. B. im verbauten Zustand noch lange Jahre Kohlenstoff zu speichern. Junge Bäume können währenddessen nachwachsen, sodass kontinuierlich neues CO₂ aufgenommen wird. Die nachhaltige Forstwirtschaft versucht dieses Gleichgewicht herzustellen.

    Ziel ist es, einen gesunden, gemischten Wald zu entwickeln, der zum Klimaschutz beiträgt und gesellschaftlichen Anforderungen gerecht wird. Auch das Belassen von Totholz, um Artenvielfalt und Mikroklima zu fördern, aber ohne Schädlinge zu begünstigen, spielt dabei eine Rolle. „Wichtig ist das Bewusstsein, dass es hierzu sorgsamer und fachkundiger Waldpflege bedarf“, erklärte Frieder Kurtz.

    Die zentrale Botschaft des Nachmittags lautete: Nur durch bewusste und fachgerechte Bewirtschaftung können unsere Wälder langfristig bestehen. Dafür braucht es Vertrauen in die Expertise der Forstfachleute – und eine stärkere Aufmerksamkeit für das Thema Wald in der kommunalen Politik.

    Jessica Kläber betonte: „Es ist beeindruckend zu sehen, in welch guter Verfassung sich unser Stadtwald heute präsentiert. Es gilt ihn so weiterzuentwickeln, dass er auch in Zukunft vital bleibt – für Klima, Mensch und Tier. Dafür braucht es den Weitblick politischer Entscheidungsträger und Vertrauen in die Fachkompetenz derjenigen, die täglich Verantwortung im Wald tragen.“

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